Flora auf dem Brocken

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Der Brocken ist ein Eldorado für seltene Pflanzen. Grund dafür ist, dass es hier viele verschiedene klimatische Bedingungen gibt, die der Flora einen idealen Lebensraum verschaffen. So gehört der Gipfel des Berges zur subalpinen Vegetationszone. Die Pflanzen- und Tierwelt hier ist vergleichbar mit der von Nordskandinavien oder in den Alpen.

Bäume, Pflanzen und Blumen auf dem Brocken
Der Brockengipfel liegt so hoch, dass er sich oberhalb der natürlichen Waldgrenze befindet. Dort wachsen lediglich noch kleine Fichten – allerdings sehr kleinwüchsige Exemplare. Hier findet sich in erster Linie die so genannte Zwergstrauchheide, das sind Heidekrautgewächse, die die Größe von Zwergsträuchern haben.
In Norddeutschland finden sich kaum Brockenblumen – auf dem Brocken selbst sind diese Blumen ab einer Höhe von 1.050 Metern aber heimisch. Auch die Kleine Alpen-Kuhschelle, die hier auch als Brockenanemone bezeichnet wird, kann bewundert werden. Pflanzenliebhaber können verschiedene Habichtskräuter sehen. Dazu gehören das Alpen- und das Brockenhabichtskraut. Auch Ruchgräser, Blutwurz, Frauenmantel oder Alpenflachbärlapp wachsen hier. Zu finden sind des Weiteren die Krähenbeere – die hier übrigens als Brockenmyrte bezeichnet wird – und das Isländische Moos.

Der Brockengarten mit seiner einzigartigen Flora
Der Brockengarten wurde im Jahr 1890 angelegt und beheimatet die typischen Pflanzen des Brockens. Darüber hinaus finden sich zahlreiche andere Gewächse aus den Hochgebirgsregionen der Welt. Westlich der Wetterstation des Brockens wurde der Brockengarten angelegt. Wer hierher kommt, kann rund 1.400 Pflanzenarten bewundern, darunter auch das Brockenhabichtskraut und die Brockenanemone. Beide wachsen endemisch, das heißt, sie kommen nur hier und nirgends sonst vor. Aus dem einstigen Versuchsgarten ist ein wunderschöner Pflanzengarten geworden, der bei einem Besuch der Region unbedingt mit auf der „Zu Erledigen“-Liste stehen sollte.
Ab 1950 begann der Garten zu verwildern, denn zu dieser Zeit übernahm das Militär die Kontrolle hier und der Brockengarten war für die Öffentlichkeit gesperrt. Erst ab 1990 wurden die Sperranlagen beseitigt und die wissenschaftliche Arbeit an und mit den Pflanzen wurde wieder aufgenommen. Im Rahmen einer Führung können Sie sich die aktuellen Pflanzenschönheiten ansehen.

Der Urwald auf dem Brocken
Sehr spannend ist ein Besuch im Brockenurwald. Dieser Wald mit seiner Flora ist von Menschen fast gänzlich unberührt und erstreckt sich auf eine Fläche von rund 1.000 Hektar. Er gilt als einer der letzten Urwälder in Mitteleuropa und bleibt stets sich selbst überlassen. Hier kann die Natur völlig ihren Lauf nehmen. Die Flora ist entsprechend darauf eingerichtet und nährt sich praktisch selbst.
Wer den Brockenurwald besuchen möchte, kann dies vom Urwaldstieg aus tun, der von der Brockenstraße abführt. Allerdings ist der Zugang nur rund 200 Meter weit möglich. Doch auch von hier aus kann jeder sehen, welche Kraft die Natur hat und dass sie nach ihren ganz eigenen Gesetzen handelt. Das Ökosystem in diesem natürlichen Wald ist stabil und kann gar nicht mit den üblichen Monokulturen verglichen werden, die von Menschenhand geschaffen werden.

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