Klima auf dem Brocken

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Der Brocken ist nicht immer ein wirklich gemütlicher Ort – hier herrschen oft extreme Wetterbedingungen. Der Gipfel des Berges liegt oberhalb der Waldgrenze. Vergleichbar ist das Klima hier mit dem in Island – kurze Sommer, lange Winter und viele Monate mit einer geschlossenen Schneedecke. Als Besucher haben Sie zudem mit schweren Stürmen zu kämpfen, die in der Lage sind, Sie einfach von den Füßen zu reißen. Das Wetter entspricht einer alpinen Lage von bis zu 2.200 Metern Höhe.

Nass, nasser, Brocken
Der Brocken ist der Punkt mit den meisten Niederschlägen im Norden von Mitteleuropa und er weist einen enormen Höhenunterschied gegenüber der gesamten umliegenden Region auf. Die Niederschläge betragen hier rund 1.814 Millimeter pro Jahr und die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 2,9 °C. So viel zu den statistischen Werten. Und was sagt ein Brocken-Besucher dazu? Dieser findet Klima und Wetter sicherlich ab und zu ganz spannend, aber ständig?! Nein, dazu ist es doch zu nass hier.

Extreme Werte
Die Wetterwarte auf dem Brocken hat in den Jahren seit 1912 viele extreme Werte verzeichnen können. So betrug die niedrigste Temperatur auf dem Berg -28,4 °C am 1. Februar des Jahres 1956. Am 24. November 1984 wurde die bislang höchste Windgeschwindigkeit gemessen: 263 Km/h! Zwei Jahre davor fiel die höchste Niederschlagsmenge mit 2.335 Millimetern – im Gegensatz dazu fielen 1953 nur 984 Millimeter. Und noch zwei Gegensätze: 1912 schien die Sonne nur an 972,2 Stunden, im Jahr 1921 aber ganze 2004,5 Stunden.
Wie man sieht, ist es eine reine Glückssache, welches Wetter zur gewählten Urlaubszeit gerade auf dem Brocken herrscht. Von einem Jahr lässt sich längst noch nicht auf das nächste schließen.
Eines ist jedoch sicher: das Vorhandensein des Nebels. Mit ein wenig Pech lässt sich kaum etwas von der Umgebung erkennen, dann liegt der Berg im Nebel und die Landschaft ringsum wird verdeckt. Statistisch gesehen gibt es pro Jahr rund 300 Nebeltage – und nur sechs Tage mit einer Fernsicht von mehr als 100 Kilometern. Es ist ein Glücksspiel, gerade diese Tage im Urlaub zu erwischen. Haben Sie allerdings Glück, dann können Sie bis nach Magdeburg sehen.

Schlechtes Wetter für alle
Das Klima ist für alle gleich: So klagte schon Heinrich Heine einst, dass er den Berg immer nur im Nebel erlebt hatte. Im Jahr 1824 schrieb er angeblich in das Gästebuch seiner Herberge: „Große Steine, müde Beine, saure Weine, Aussicht keine. Heinrich Heine“. Ob sich die Sache tatsächlich so zugetragen hat? Das weiß wohl heute niemand mehr so genau. Fakt ist aber, dass dieser Spruch das Klima sehr gut beschreibt.
Dennoch ist ein Urlaub hier etwas ganz Besonderes. Denn wann hat man als normaler Bürger schon einmal die Möglichkeit, so rasche Umschwünge des Wetters, solche Extreme und auf der anderen Seite solche Schönheiten des Wetters zu erleben?

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